Die erste grundlegende Studie über eines der wichtigsten frühmittelalterlichen liturgischen Gefäße, den Tassilo-Kelch im oberösterreichischen Stift Kremsmünster, wurde nun von Egon Wamers, dem kürzlich emeritierten Leiter des Archäologischen Museums Frankfurt, im Verlag Schnell und Steiner vorgelegt.
Benjamin Leven und Lucas Wiegelmann, ehemaliger und aktueller Rom-Korrespondent der Herder-Korrespondenz, haben das Sonderheft "Mythos Vatikan. Das Heil verwalten" nun auch als Herder-Buch herausgebracht. Es enthält Essays unter anderem von den "Görresianern" Martin Mosebach (Interview), Günther Wassilowsky, Thomas Söding, Stefan Heid, Oliver Lahl, Paul Badde und Gudrun Sailer.
Peter Hoeres, Professor für Neueste Geschichte in Würzburg und seit 2015 zusammen mit Thomas Brechenmacher Leiter der Geschichtssektion der Görres-Gesellschaft, hat die Geschichte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben. Im CICERO erschien dazu eine Rezension: "Peter Hoeres erzählt wissenschaftlich korrekt, darüber hinaus sehr anscshaulich, elegant und dramaturgisch geschickt nicht nur die Geschichte der FAZ von ihrer Gründung bis in die Gegenwart, sondern en passant die der Bundesrepublik, der Wiedervereinigung und des wiedervereinigten Deutschlands". Das Buch steht im Zusammenhang eines DFG-Projekts des Würzburger Lehrstuhls über deutsche Leitmedien.
Das Buch "Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie" ist nach einem guten halben Jahr in der ersten Auflage (1000 Stück) vergriffen und pünktlich zur Frankfurter Buchmesse bereits in der zweiten Auflage im Buchhandel. Das Buch hat vor allem online zahlreiche Rezensionen erfahren, die den Verkauf stark angeregt haben, und findet sogar in der aktuellen Ausgabe der italienischen Zeitschrift "Capital" in einem langen Beitrag von Alberto Gerosa Beachtung.
Der verstorbene Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres-Gesellschaft, Gustav Kühnel, hat seinerzeit die künsterlische Vorlage für das erleuchtete Kuppelkreuz der Grabeskirche in Jerusalem geliefert (siehe Bild), und zwar nach den mittelalterlichen Mosaiken der Geburtskirche in Betlehem. Dort findet sich nämlich an den Langhauswänden neben den Konzilsdarstellungen auch ein solches Prunkkreuz. Seine Frau Bianca Kühnel hat mit den Fotos ihres Mannes ein schönes Buch über die Geburtskirche in Betlehem herausgebracht. Es handelt sich um eine Kirche aus justinianischer Zeit (6. Jahrhundert) samt ihrer Mosaikausstattung aus der Kreuzfahrerzeit. Die Mosaiken wurden jüngst umfangreich restauriert.
Mit einer großzügigen Bücherspende beschenkte Mons. Mauro Ugolini, Präfekt des historischen Archivs des vatikanischen Kapitels, die Bibliothek des Campo Santo Teutonico. Seit vielen Jahren erscheinen exzellente Publikationen des Archivs über die Geschichte von Sankt Peter und seiner Kunstdenkmäler. Zu den geschenkten Bücher gehört das 4-bändige Gesamtwerk über die paganen und christlichen Inschriften der Vatikanregion. Hinzu kommen Bücher über die Glocken von St. Peter, die im Mittelalter von St. Peter abhängigen Kirchen, das Kapitel von St. Peter im 11.-13. Jahrhundert und die Kirchen Ss. Michele e Magno und S. Marta, ferner Kunstführer über die Holzkathedra, das Grabmal Sixus' IV., das Veronikatuch, das Apostelziborium, die heilige Säule und das Gemmenkreuz des byzantinischen Kaisers Justin II.
Stamatios T. Chondrogiannis, langjähriger Direktor des Museums für byzantinische Kultur in Thessaloniki und von Corfù gebürtig und daher in der venezianisch-italienischen Kultur zuhause, hat in einem faszinierenden Überblick Byzantium in the World die "Byzanzidee" - ähnlich der "Romidee" - in der kulturellen Rezeption nach dem Fall Konstantinopels 1453 bis in die Nachkriegszeit zusammengestellt. Dabei zeigt er vor allem anhand einschlägiger Ausstellungen und Publikationen die unterschiedlichen Interessen nach, die zu einer Wiederentdeckung und Aneignung der byzantinischen Kultur im Osten wie im Westen geführt haben.
Im Februar erscheint das neue Buch von Prof. Dr. Mariano Barbato und Stefan Heid über den politischen Aufstieg des Papsttums seit Ende des 19. Jahrhunderts. Barbato ist Politikwissenschaftler in Passau. Der Band stellt Vorträge der Tagung am Campo Santo Teutonico im März 2017 zusammen, die sich mit Pius IX., Leo XIII., Benedikt XV., Pius XII., Johannes XXIII., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus I. befassen. Autoren sind neben den Herausgebern Olaf Blaschke, Francisco Xavier Ramón Solans, Ulrich Nersinger, Massimiliano Valente, Stefan Samerski, Charles R. Gallagher SJ, Adrian Hänni, Thomas Brechenmacher, Frank Bösch und Melanie Barbato.
Bekanntlich hat der Petersdom nur 120 Jahre bis zur Vollendung gebraucht, der Kölner Dom hingegen 600 Jahre. Das dient der deutschen Demut. Aber dass die Kölner das Ganz sehr humoristisch nehmen, zeigt der großartige Bildband, den Robert Boecker unter dem Titel "Ich fürchte, Herr Pastor, wir sind bestohlen - Kölner Dom: Geschichten und Geheimnisse" zusammengetragen hat. Jeder, dem der Dom, Köln und die Kölner Kirche am Herzen liegt, findet darin Unterhaltsames, Tröstendes und Erheiterndes. Dank großartiger Fotoaufnahmen und seltener Archivbilder ist der Band, so leicht er auch daherkommt, eine wahre Fundgrube der Geschichte des Domes. Der Band animiert jeden - ganz ohne direkten Aufruf, einfach durch seine Originalität -, dem Zentralen Dombauverein beizutreten, der das wahre Herz der Kölner Dompflege ist.
PS: Wahrlich schwindelig wird mir, wenn ich meinen "alten" Regens, Domprobst Prälat Gerd Bachner, auf einer der beiden Kreuzblumen der 157 Meter hohen Westtürme herumturnen sehe (der freundlich winkende Herr rechts)!
"Le finanze del papa" lautet der Titel eines 2016 erschienenen Buches von Pier Virginio Aimone, emeritierter Professor für Kirchenrecht in Fribourg und Gastprofessor an der Urbaniana in Rom. Aimone besucht häufig die Görres-Vorträge. Er ist bekannt als Spezalist mittelalterlichen Kirchenrechts. Das Buch behandelt die Vatikanfinanzen seit dem Lateranverträgen (1929) bis Franziskus. Authentische Zahlen standen dem Verfasser leider kaum zur Verfügung. Hingegen schildert er vor allem die Finanzbehörden, die Kostgänger, die strukturellen Probleme und die Finanzpolitik der letzten hundert Jahre, also etwa Investitionen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem Vatikanstaat. Wichtige Fragen sind der Personalstand, die Immobilien und die Finanzgeschäfte. Für deutschsprachige Interessierte sei auch auf das Buch von Hartmut Benz, Finanzen und Finanzpolitik des Heiligen Stuhls (1993) hingewiesen.