Leseempfehlungen unserer Bibliothek

Stiller Studienort mit Blick auf Sankt Peter

Leseempfehlungen

Reiner Sörries hat ein auf 100 Seiten eine sehr hilfreiche Summe dessen gezogen, was man über den frühchristlichen Kirchenraum, über dessen Bilder, Sachausstattung und Nutzung wissen kann. Zusammen mit dem Glossar und dem reichen Bildanhang bildet es eine Art Einführung, die auch für ein allgemeines Publikum sehr nützlich ist. Sörries beschreibt fast lexikalisch alle Details eines frühchristlichen Kirchenraums: etwa Boden, Wände, Decken, Kathedra, Altar, Atrium, Narthex, Türen, Fenster, Weihrauch, Musik, Paramente, Kultgeräte usw.

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Dr. Andreas Raub, 2014/15 wissenschaftlicher Mitarbeiter am RIGG, hat seine bei Arnold Nesselrath in Berlin eingereichte kunsthistorische Dissertation über Gemälde und Retabeln in preußisch-protestantischen Kirchen veröffentlicht. Das Buch besticht durch sein hoch bemerkenswertes Thema, das wiederum auf eine echte Entdeckung zurückgeht: dass nämlich aus katholischen Kirchen stammende Altarbilder des 15./16. Jahrhunderts, die in die Berliner Gemäldegalerie eingegangen waren und im Depot verstaubten, im ausgehenden 19. Jahrhundert sozusagen resakralisiert wurden.

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Wenn Journalisten Bücher schreiben, kann das gut gehen. Glänzendes Beispiel ist Vittorio Messoris Studie über die Passion Christi (1997), ein Buch, das selbstverständlich von der theologischen Zunft - zu ihrem eigenen Schaden - ignoriert wird. Und natürlich werden die Herolde der Zukunft auch Peter Seewalds monumentale, 1150-seitige Ratzinger-Biographie ignorieren, die gerade frisch auf dem Markt ist (für 38 Euro). Eine Ratzinger-Biographie lohnt. In Ratzinger steckt eben nicht nur eine Einzelperson, sondern einer, der für eine ganze Generation von Christen der Mitglaubende und Mitleidende war, viel mehr noch der Aufklärende und Atemspender.

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Der Kirchenvater, Bibelforscher und Asket Hieronymus schreibt um 393 in Betlehem ein Buch mit dem Titel "Die berühmten Männer" (De viris illustribus), das 135 Biographien enthält. Die Liste beginnt mit Petrus und endet zünftig mit dem Verfasser selber! In seiner eigenen Biographie schreibt Hieronymus, dass er in Stridon in Dalmatien geboren wurde, was bis heute alle Kroaten mit Stolz erfüllt. Das Buch voller Informationen ist eine hervorragende Quelle unserer Kenntnis der Frühen Kirche. Es wurde von Claudia Barthold exzellent ediert, übersetzt und mit einem philologisch-sachlichen Kommentar versehen (hier zum Buch). 

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Einen glänzenden Überblick über Inhalt und Wert des neuen Buches von Klaus Jaitner gibt Ignacio García auf unserem Youtube-Kanal. Jaitner war 1972/73 Assistent am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. Sein neues Buch im Herder-Verlag (in den Supplementbänden der Römischen Quartalschrift, angekündigt für Mai) behandelt die päpstliche Diplomatie im ausgehenden 16. Jahrhundert, bietet aber auch reichliche Einsichten in den vatikanischen Verwaltungsapparat.

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Dieter Korol und seine Nachfolgerin Pamela Bonnekoh haben ein Heft über 135 Jahr Forschung und Lehre der Christlichen Archäologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster herausgebracht. Es ist Josef Engemann gewidmet, dem ersten Hochschullehrer in Nordrhein-Westfalen, der Christliche Archäologie als eigenständiges Studienfach in einer Philosophischen Fakultät (in Bonn) gelehrt hat. Die Geschichte der Christlichen Archäologie in Münster ist freilich bedeutend älter. Sie beginnt 1885 mit dem Priester Max Sdralek an der katholisch-theologischen Fakultät.

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Lucia Longo-Endres, Görres-Mitglied und Professorin für moderne Kunstgeschichte an der Universität Trient, befasst sich vor allem mit dem Kunstaustausch zwischen Deutschland und Italien in der Renaissance und im Barock. Sie hat nun einen Sammelband über Künstler, die über Tirol die Alpen überqueren, veröffentlicht. Darin findet sich etwa ein Beitrag von Rainald Becker über die Kartographie Tirols, von Alois Schmid über Regensburg als Zentrum des oberdeutschen Handels mit Italien, von Wolfgang Augustyn über die Sibyllen-Ikonographie und zahlreiche weitere interessante Beiträge. 

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Im Mai kommt Klaus Jaitners neues Buch "Instruktionen und Relationen für die Nuntien und Legaten an den europäischen Fürstenhöfen von Sixtus V. bis Innozenz IX. (1585–1591)" auf den Markt. Es erscheint als 68. Supplementband der Römischen Quartalschrift. Das Römische Institut der Görres-Gesellschaft hat sich seit seiner Gründung 1888 mit den Nuntiaturberichten seit Sixtus V. (1585) befasst. Insofern passt der neue Band hervorragend in diese Tradition. Es bietet keineswegs nur eine Edition von päpstlichen Instruktionen, sondern beschreibt die Päpste, ihre Kurienbehörden, ihren Hofstaat und ihre Personalpolitik im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts. Bekanntlich war diese Zeit besonders einschneidend für die Modernisierung des päpstlichen Regierungsapparats.

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Der Dominikaner Heinrich Denifle, gebürtig aus Tirol (1844-1905), hat selbst in katholischen Kreisen einen nachhaltig negativen Ruf, weil er ein cattolicissimus war, der Luther, dem er vielleicht im Temperament nicht ganz unähnlich war, glaubte aufgrund seiner Forschungen ein schlechtes Persönlichkeitsurteil ausstellen zu müssen. Die katholische Historiographie hat lange gebraucht, um im Zeichen des Ökumenismus diese Scharte auszuwetzen. Dass Denifle aber als Unterarchivar des vatikanischen Geheimarchivs noch wesentlich mehr Seiten hat, zeigt ein Tagungsband, den Andreas Sohn, Jacques Verger und Michael Zink vorgelegt haben. Der Band geht auf eine Tagung in Paris im Dezember 2012 zurück.

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