Römische Notizen

Die Schwestern des Campo Santo Teutonico, wohl 1967

Als die Paderborner Schwestern den Kardinälen ihre Konklave-Zimmer putzten

Als der gute Papst Benedikt XV. am 22. Februar 1922 - vor 100 Jahren - starb, musste das Konklave im Apostolischen Palast vorbereitet werden. Die Paderborner Schwestern von der Christlichen Liebe am Campo Santo Teutonico mussten jetzt für die hohen Herren - die deutschen Kardinäle - die Betten klopfen:

"Nun begannen für uns Schwestern arbeitsreiche Tage. Eminenz Cardinal Schulte (von Köln) hatte sich nämlich schon zum 27. Januar angemeldet und noch waren (im deutschen Kolleg) die Arbeiter mit dem Treppenlegen und die anderen Handwerker wie Anstreicher und Schreiner nicht fertig. Da hieß es sich sputen [...].

Am 2. Febr. gingen Schwester Johanna und Schwester Alfredis mit Msgr. (Emmerich) David (Rektor des Campo Santo) in den Vatikan, wo wir die Zimmer der deutschen Cardinäle, die sie während des Konklaves bewohnen sollten, ein wenig sauber machten. Jede Eminenz hatte ein großes Zimmer mit Feldbett, Tisch, Waschständer und Betbank. Die Conclavisten wohnten zu zweien und noch mehreren in einem Zimmer. Es war alles recht primitiv eingerichtet. Wir schickten vom Campo Santo Betten und einige Lebensmittel herüber, da die deutschen Herren die italienische Küche nicht gewöhnt sind.

Am Nachmittag des 2. Febr. begab sich Sr. E. Cardinal Schulte ins Conclave, begleitet vom Rektor des Hauses Msgr. Dr. David und des Geheimsekretärs Dr. Corsten" (Schwesternchronik).

Die Paderborner Mallinckrodt-Schwestern (damals 2000 an der Zahl!) führten seit dem 12. Oktober 1920 bis vor zehn Jahren den Haushalt des Campo Santo Teutonico. Das Foto wurde 1970 im "Weltbild" veröffentlicht, muss aber spätestens 1967 aufgenommen worden sein, da ab dem 1. Advent 1967 infolge des Konzils eine "modernere" Tracht eingeführt wurde.

In der nächsten Ausgabe der Römischen Quartalschrift (Mai-Heft) wird ein Aufsatz zum Pontifikat Benedikts XV. veröffentlicht.