Gerettete Kunst in der Aula Ottagona delle Terme di Diocleziano
Von Nikolas Möller
Im Juni 2025 erfolgte die Wiedereröffnung dieses 2022 gegründeten kleinen Museums am Rand der Diokletiansthermen. Hier werden in wechselnden Ausstellungen vor allem Kunstwerke gezeigt, die dem kulturellen Erbe Italiens aus unterschiedlichen Gründen entzogen waren und nun wieder zurückgeführt wurden.
Die Ausstellung zeigt aber auch Fundstücke aus Krisengebieten wie Syrien und Ägypten, die aufgrund der dortigen Situation noch auf ihre Rückführung warten. Kunstrettung bedeutet eben nicht nur die Bekämpfung von „klassischem“ Kunstraub. Auch die Bergung und Rettung aus Krisen- und Kriegsgebieten oder nach Naturkatastrophen gehört zur Bewahrung kulturellen Erbes. Zahlreiche Informationstafeln bieten hier einen Einblick.
Auch wenn häufig Staatsanwaltschaften und polizeiliche Kräfte (beispielsweise das „Comando Carabinieri per la Tutela del Patrimonio Culturale“) handeln müssen, sollte nicht unterschlagen werden, dass zahlreiche ausgestellte Objekte durchaus freiwillig abgegeben wurden – selbst, wenn kein illegaler Besitz vorlag.
Die aktuelle Präsentation umfasst ein breites Spektrum antiker Artefakte, darunter etruskische Bucchero-Keramik, etruskische Grab- und römische Wandmalerei, griechische Vasenmalerei, Kleinkunst, Skulpturen, koptische Textilien und Bronzen wie ein Porträtkopf Kaiser Gordians III. (238–244 n. Chr.).
Die laufende Ausstellung wurde verlängert und kann noch bis zum 24. Mai 2026 besucht werden. Mit jeder neuen Ausstellung sollen die zuvor ausgestellten Artefakte an ihre ursprünglichen Standorte zurückgebracht werden.
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- Geschrieben von: Stefan Heid
- Kategorie: Römische Notizen
Römisches Institut der Görres-Gesellschaft


