Jubiläums-Generalversammlung der Görres-Gesellschaft in Koblenz - ein kurzer Rückblick
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, der Görres-Gesellschaft beizutreten! Das ist im Grunde mein Resümee nach meiner Rückkehr aus Koblenz. Die Görres-Gesellschaft hat dort in diesen Tagen ihr 150jähriges Bestehen gefeiert. Den Vorwurf, nur sich selbst bejubelt zu haben, muss sie sich nicht gefallen lassen, denn es war eine Generalversammlung bei klarem Verstand (um ein Wort von Harald Lesch aufzugreifen), aber auch mit großen Perspektiven.
Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren stark verjüngt, sie zählt über 3000 Mitglieder, und sie strotzt, trotz bitterer Sparzwänge, vor Ideen. Das klare Signal dazu war die - natürlich noch embrionale - Gründung zweier Institute, die nun ihren Aufbauprozess beginnen: ein Institut für Kirchenrecht und ein Wiener Institut der Görres-Gesellschaft (WIGG), das perspektivisch Ostmitteleuropa abdecken soll. Letzteres ist auch aus Sicht des RIGG sehr zu wünschen.
Für das RIGG war die Teilnahme zahlreicher "Römer" von Bedeutung, darunter an erster Stelle Rektor Prälat Dr. Peter Klasvogt, mit dem als Mitglied des Direktoriums die Zusammenarbeit zwischen dem RIGG und dem Campo Santo Teutonico nicht nur in bewährter Weise weitergeht, sondern auch neue Wege beschritten werden.
Von den vielen beeindruckenden Vorträgen in den Sektionen kann hier unmöglich die Rede sein. Die Website der GG hat einen breiten Überblick über den Ablauf veröffentlicht.
Aus meiner Sicht bemerkenswert verbindlich und positiv waren beim Festakt im Görres-Saal die Reden von Ministerpräsident Gordon Schnieder (Rheinland-Pfalz) und des Kulturdezernenten Ingo Schneider, die über Koblenzer Lokalpatriotismus weit hinausgingen.
Beeindruckt hat mich auch bei der vorausgehenden Festmesse in der prachtvollen Innenstadtkirche Liebfrauen die Predigt des Trierer Bischofs Stefan Ackermann, der in äußerst sympathischer und feiner Weise die Görresianer packte, nicht zuletzt mit der Mahnung, dass man dem Polemiker Görres doch auch nicht in allem folgen müsse (hier die Predigt).
Generalversammlungen der Görres-Gesellschaft sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Sie sind nicht mehr sozusagen das einzige Ereignis während eines Jahres, da es inzwischen zahlreiche andere Aktivitäten der Görres-Gesellschaft, verstreut über ganz Deutschland, gibt, die man zum Teil inzwischen auch über die (sozialen) Medien wahrnehmen kann. Dennoch bleiben sie als reale Treffpunkte in Zeit und Raum mein wichtiges "keep in touch"-Event, das jeder unbedingt wahrnehmen sollte, wenn immer es geht.
S.Heid
- Details
- Geschrieben von: Stefan Heid
- Kategorie: Aus dem Institut
Römisches Institut der Görres-Gesellschaft


