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Lehrer am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie: Der Konvertit Erik Peterson

Erik Peterson (1890-1960) war evangelischer Theologieprofessor in Bonn, bevor er 1930 in Rom konvertierte und für ihn ein äußerst schwieriger Lebensabschnitt begann, vor allem aufgrund seines Widerstands gegen jeden politischen Katholizismus und damit auch gegen den Nationalsozialismus. Giancarlo Caronello und Antonio Zani geben Petersons Werke in elf Bänden auf Italienisch heraus. Jetzt ist der 10. Band erschienen, die Übersetzung von "Frühkirche, Judentum und Gnosis" (1959). Der Band wurde auch gefördert von der Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger, da Ratzinger Peterson kannte und schätzte. 

Ähnlich wie der Bonner Professor Franz Joseph Dölger war Peterson ein Meister filigraner Aufsätze zu bestimmten Aspekten der Antike und des antiken Christentums. Diese Aufsätze sind hier zusammengestellt, insgesamt 23. So sind seine Beiträge zur Ostung des frühchristlichen Gebetes bis heute maßgeblich.. Er behandelt ferner das Problem des Nationalismus im frühen Christentum, das Martyrium des Petrus (das heute wieder gern geleugnet wird), Das Schiff als Symbol der Kirche (Benedikt XVI. sprach gern von der Kirche, die heute im tosenden Sturm unterzugehen droht), die Speiseanteile (für die Liturgiegeschichte sehr bemerkenswert), die damals neu entdeckte Didaché u.v.m.

Peterson hat seit 1937 bis zu seinem Tod am Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie altchristliche Literatur und dann auch "Antichità e Cristianesimo" gelehrt, also sicher auch vieles von dem vorgetragen, was das vorliegende Buch jetzt bietet. Das Institut kann stolz auf diesen Lehrer sein, auch wenn er im Kollegium einen teilweise schweren Stand hatte. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Instituts ist ein Buch geplant, in dem alle Disziplinen und ihre Vertreter in den hundert Jahren 1925-2025 vorgestellt und gewürdig werden. Hier wird Peterson sicher nicht fehlen.  

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