Akten

Kölner Nuntiaturakten

Die Öffnung der Vatikanischen Archive für die gelehrte Forschung unter Papst Leo XIII. (1881 bzw. 1883), nachdem dieser 1879 den Würzburger Kirchengeschichtsprofessor und Ehrenpräsidenten der Görres-Gesellschaft Joseph Hergenröther als Kardinalarchivar nach Rom berufen hatte, gehört zu den auslösenden Momenten der Gründung des RIGG (1888) und gab ihm zugleich weite Möglichkeiten der Forschungen. Zwei Großprojekte wurden begonnen, neben der Edition der Trienter Konzilsakten die Edition der deutschen (Kölner) Nuntiaturberichte. 

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Bereits 1889 beschloss der Vorstand der Görres-Gesellschaft, die im Vatikanischen Archiv liegenden Nuntiaturberichte aus Deutschland zu bearbeiten. Dies geschah letztlich in Absprache mit dem Königlich-preußischen Historischen Institut in Rom (DHI), das sich mit den Nuntiaturberichten über die Reformationszeit, und dem Österreichischen Institut, das sich der Nuntiatur am Kaiserhof in Wien in nachtridentinischer Zeit widmen wollte. Das RIGG sollte nunmehr die Nuntiaturberichte vom Kaiserhof und die Kölner Nuntiatur 1585-1605 (Pontifikate Sixtus V., Urban VII., Gregor XIV., Innozenz IX., Clemens VIII.) herausgeben. Der erste Band erschien 1895 durch Stephan Ehses und Aloys Meister. Schon mit dem zweiten Band 1899 kam das Unternehmen 1918 ins Stocken, wurde aber 1963 wiederaufgegriffen und neu definiert. Das nunmehr auf die Veröffentlichung der gesamten „Kölner Nuntiatur" zielende Projekt unter dem Titel „Nuntiaturberichte aus Deutschland nebst ergänzenden Aktenstücken. Die Kölner Nuntiatur" ist vorläufig abgeschlossen.

2009 veröffentlichte Dr. Peter Schmidt (Köln) die Akten der Jahre 1614-1616 des Nuntius Antonio Albergati; der letzte Band wird die Jahre 1617-1621 umfassen. Die Herausgabe erfolgt im Auftrag der Görres-Gesellschaft mit Beteiligung des RIGG.


Lit.: F. Rottstock, Studien zu den Nuntiaturberichten aus dem Reich in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts. Nuntien und Legaten in ihrem Verhältnis zu Kurie, Kaiser und Reichsfürsten, München 1980, 4-10.

Akten des Trienter Konzils

Die Öffnung der Vatikanarchive unter Papst Leo XIII. (1881 bzw. 1883) brachte neben den deutschen Nuntiaturakten ein weiteres Großprojekt auf den Weg. Pater Heinrich Denifle OP, Unterarchivar am Vatikanischen Geheimarchiv, empfahl der Görres-Gesellschaft 1893, die Akten des Konzils von Trient (1545-1563) herauszugeben. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Er stand wie auch die Edition der Nuntiaturakten im Kontext der Bemühung der historischen Sektion der Görres-Gesellschaft der dominanten protestantischen Reformationsgeschichtsschreibung eine katholische Darstellung aus der Sicht der authentischen römischen Archivquellen gegenüberzustellen.

Auch hier stand die Görres-Gesellschaft als Ganze, aber in besonderer Weise das RIGG in der Verantwortung, das vor Ort die Organisation der Archivausbeutung übernehmen musste. Es entstand daraus das Jahrhundertwerk der Trient-Edition.

Die insgesamt 19-bändige Edition erschien unter dem Titel Concilium Tridentinum. Diariorum, actorum, epistularum, tractatuum nova collectio, edidit Societas Goerresiana (Freiburg 1901-2001).

Als Herausgeber beteiligten sich Sebastian Merkle, Umberto Mazzone, Theobald Freudenberger, Stephan Ehses, Alois Postina, Vinzenz Schweitzer, Gottfried Buschbell, Angelo Massarelli, Joachim Birkner, Hubert Jedin und zuletzt Klaus Ganzer. Die Edition der Akten ist nunmehr abgeschlossen. Der bedeutendste Erfoscher des Trienter Konzils war Hubert Jedin, der 1939-1943 am Campo Santo Teutonico arbeitete (vgl. H. Jedin, Lebensbericht, Mainz 1988, 3. Aufl., 102-115).