Römische Notizen

Bemerkenswertes aus der Kulturwelt Roms

Römische Notizen

Frühling in Rom! Endlich!

Die Blumen auf dem Fensterbrett der Wohnung des Schreibers stehen unmittelbar vor der Blüte. In Rom beginnen die schönsten Tage des Jahres. Die Kirschbäume blühen bereits. Wer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sagen kann, welche beiden Blumenarten ich vor meinem Fenster habe, gewinnt das neue Buch Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Archäologie. Viel Glück!

Würzburger "Theologie im Fernkurs" in Rom

Unter ihrem Leiter Thomas Franz und dem Studienleiter Dr. Stefan Meyer-Ahlen ist die Würzburger "Theologie im Fernkurs" nun zum wiederholten Male zu einer Studienwoche zum Thema "Christus und die Kirche" in Rom.  Die stark nachgefragte Exkursion - ca. 800 Teilnehmer hat der Fernkurs - beinhaltet ein intensives Vortrags- und Besichtigungsprogramm, an dem sich als Referenten Thomas Franz, Manfred Bauer und Stefan Heid beteiligen. Besichtigt werden alle Highlights des Vatikans, des Laterans, des Esquilins sowie der Aventin, die Priscillakatakombe, Anima, S. Egidio und St. Paul v.d.M.

Neue Beleuchtung im Petersdom

Die neueste Ausgabe des Notiziario der Petersbasilika befasst sich mit der Beleuchtung in Geschichte und Gegenwart. Bis zum Konzil wurden etwa bei - den damals noch seltenen - Heiligsprechungen aufwendige Kristalleuchter-Installationen (mit Kerzen) gemacht. Die Pilaster der Basilika wurden mit schweren Teppichen verhangen. Heute sieht man davon nur noch die Befestigungsnägel. Auch die Leuchter wurden im Bildersturm im Zuge des Konzils entsorgt bzw. von dankbaren Sanpietrini zuhause in den Wohnzimmern aufgehängt.

Kalender der Stationskirchen für die Fastenzeit

Jedes Jahr pflegen die Christen Roms in der Fastenzeit die Tradition der Stationsgottesdienste, die ursprünglich mit Beteiligung der Päpste stattfand. Das am 2. Februar 1879 am Campo Santo Teutonico gegründete Collegium Cultorum Martyrum (siehe zu Adolf Hytrek in: Personenlexikon zur Christlichen Archäologie) versucht diese Tradition aufrechtzuerhalten und veröffentlicht auch für dieses Jahr den Kalender. Seit dem 7. Jahrhundert (!) bis zur letzten Liturgiereform standen die römischen Stationskirchen jahrhundertelang im Messbuch, danach wurden sie aus Ignoranz, Desinteresse und antirömischem Affekt gestrichen. 

Hier der Kalender

Sensation: Die akademischen Titel des Hl. Stuhls werden in Italien anerkannt!!!

Dem Heiligen Stuhl sei Dank! Am 13. Februar unterzeichneten Kardinal Giuseppe Versaldi von der Bildungskongregation und Minister Bussetti den Kontrakt über die gegenseitige Anerkennung der akademischen Titel höherer Lehranstalten Italiens und des Hl. Stuhl. Damit wird nach vielen Jahren des unsäglichen Bologna-Prozesses immerhin endlich erreicht, dass die kirchlichen Titel (Lizenz, Doktorgrad) des Laterans, des Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana (PIAC) und des Pontificio Istituto di Musica Sacra automatisch staatlich anerkannt werden. Das betrifft aber auch sämtliche anderen kirchlichen Universitäten Italiens, z.B. Sacro Cuore in Mailand oder Santa Croce und das Angelicum in Rom. Auch für die vorgenannten drei Einrichtungen ist das ein enormer Fortschritt, da nun deren Titel ungleich attraktiver werden. Das Problem war bislang nicht die Qualität der kirchlichen Einrichtungen, im Gegenteil: Italienische Studenten wollten vielfach etwa am PIAC studieren, weil es eine hohe Qualität aufweist und frei ist von der Verwahrlosung und Vermassung üblicher italienischer Universitäten. Bislang konnten Titel aber nur im Einzelfall anerkannt werden. Jetzt können sich die Absolventen der drei Anstalten auch bei weltlichen Ausschreibungen, etwa für die Denkmalpflege, für Museen, für Lehrstühle u.a. bewerben. 

Das Görres-Institut: Wissenschaft im Vatikan

Bettina Gabbe hat einen zweiseitigen Artikel mit dem zu schönen Titel Insel der Seligen über den Vatikanstaat in der Südwest Presse Ulm verfasst (Samstagsausgabe, 9.2.2019), in dem sie auswahlhaft, aber doch zutreffend und anschaulich den heutigen Vatikanstaat und seine Gründung vor 90 Jahren beschreibt (Anlass des Beitrags sind die Lateranverträge am 11.2.1929). Sehr prominent und ausführlich werden dort auch die Bemühungen des RIGG behandelt, als historisch-archäologisches Wissenschaftszentrum einen positiven Beitrag zu leisten: "Wir tun alles dafür, dass wir für den Vatikan eine bella figura machen: keine Schaumschlägerei, sondern qualitätsvolle wissenschaftliche Arbeit". Freilich ist der Beitrag des RIGG im Gesamt des deutschen Studienkollegs am Campo Santo Teutonico zu sehen (siehe die grundlegenden Veröffentlichungen Orte der Zuflucht und Päpstlichkeit und Patriotismus).

Ehrung für Pierantonio Piatti

Termin
Datum: 13.02.2019
Ort: Augustinianum (Rom)

Am Mittwoch, dem 13. Februar, wird um 18 Uhr im Augustinianum (am Petersplatz) Dr. Pierantonio Piatti, Officiale des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, von Kardinal Gualtiero Bassetti, dem Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz, mit dem Gregorius-Orden (Croce di Cavaliere dell'Ordine Equestre Pontificio di San Gregorio Magno) ausgezeichnet. Piatti trat 2007 unter Kardinal Walter Brandmüller seinen Dient im Comitato an, hat seither zahlreiche internationale Tagungen organisiert und ist durch Publikationen zum italienischen Mittelalter hervorgetreten. Das RIGG pflegt enge Beziehungen zum Comitato, dessen Präsidenten Bernard Ardura und Mitarbeitern und gratuliert herzlich dem Geehrten.

Der Jesuit Franz Ehrle - ein Deutscher in Rom mit engem Bezug zum Campo Santo

Stefan Gatzhammer (Potsdam) hat im Internet einen prägnanten Beitrag über Kardinal Franz Ehrle veröffentlicht. Anlass sind die 90 Jahre der Lateranverträge, mit denen der vatikanische Zwergenstaat (mit dem Campo Santo Teutonico dran, aber nicht drin!) geschaffen wurde. Ehrle, Protektor des Campo Santo, war nicht unschuldig an dieser Minimallösung der Grenzziehung, die heute zu einer logistischen Strangulierung des Staates führt. Umso verdienter ist es, einen kompetenten Beitrag über ihn zu lesen. Gatzhammer hat 2017 in der Römischen Quartalschrift, die in jeden guten Haushalt gehört, bereits darüber geschrieben (hier den Artikel bestellen). 

Andreas Sohn und Jacques Verger haben zudem einen umfassenden Band über Ehrle publiziert, in dem auch dessen Verhältnis zum Campo Santo Teutonico beschrieben wird (hier Inhaltsverzeichnis und Bestellung). Der Band geht auf eine Tagung am RIGG und an der Ecole Francaise zurück.