Aus dem Institut

Als das RIGG zu reden anfing

Nicht nur im wörtlichen Sinn war das Görres-Institut lange Zeit "stumm", sondern auch von seiner Aufgabenstellung her. Seit seiner Gründung 1888 widmete es sich ausschließlich der Edition historischer Texte,  entfaltete also keinerlei Außenwirkung., etwa in Form von Vorträgen. Zudem war der langjährige Direktor - Stephan Ehses aus Trier (+ 1926) - aufgrund einer Halskrankheit sogar tatäschlich im Winter darauf angewiesen, nicht oder nur wenig zu reden und wie ein stummer Fisch seine Trienter Akten abzuschreiben.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann man mit öffentlichen Vorträgen für die Allgemeinheit, die im großen Saal im ersten Stock des sogenannten Damenstifts stattfanden (unteres Bild).

1962 wurde das Damenstift abgerissen und neu gebaut. 1963 bis 1965 fanden daher die Görres-Vorträge in der Anima statt.

Im jetzigen Neubau aus den 1960er Jahren liegt der Vortragssaal im Parterre. In den 1960er Jahren war Ludwig Voelkl Direktor des Görres-Instituts. Er stellte sich die öffentlichen Vorträge wohl als eine Art akademische Vorlesung vor, denn nun erhielt der Saal ein mächtiges Pult.

Auf dem oberen Bild sieht man den Reformationshistoriker Erwin Iserloh aus Münster am Pult stehen. Er war 1947 bis 1950 Kollegiat gewesen. Der genaue Anlass ist unsicher; es scheint sich um einen Festakt zu handeln.

Jedenfalls ist deutlich er stocknüchterne Stil der 1960er Jahre erkennbar. Der Saal ist knallweiß angestrichen. Man wollte unbedingt Helligkeit.