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Eine kunsthistorische Rarität: die lutherische Schlosskapelle in Celle

Im Verlag Schnell & Steiner erschien jüngst ein Bildband über den 1569 bis 1576 geschaffenen Bildschmuck der Schlosskapelle von Celle. Die praktisch vollständig erhaltene Ausstattung folgt einem einheitlichen lutherischen Programm. Es zeigt sich einmal mehr, dass das genuine Luthertum keine Aversion gegen Sakralkunst hegte, sondern diese in den Dienst der neuen Lehre stellte. Man mag sich täuschen, aber in der Art der Buntdekoration der Wände und des Aufbaus der Stallungen, Emporen und Ehrenlogen scheint die Raumgestaltung einen erstaunlichen Einfluss römischer Grotesken-Imitation (Girlanden, Architekturen) aufzuweisen. Für die Liturgie ist interessant, dass der Altar noch ganz in der katholischen Tradition gestaltet ist. Er könnte problemlos für das katholische Messopfer dienen: Er ist exakt geostet und hat als Hauptbild des Triptychons die Kreuzigung.    

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