Leseempfehlungen

Aktueller Band des "Annuarium Historiae Conciliorum" 2018/19

Soeben ist Heft 49/1 (2018/2019) des Annuarium Historiae Conciliorum online erschienen. Das Heft enthält den ersten Teil der Beiträge der Tagung, die die Internationale Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung unter dem Titel “Konzil und Minderheit - I Concili e le minoranze”, im Oktober 2018 an der Pontificia Università della Santa Croce und am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft veranstaltet hat.

Einführung von Thomas Prügl und Johannes Grohe

Maßgebliche Ratzinger-Biographie erschienen

So wie Johannes Paul II. in George Weigel seinen maßgeblichen Biographen gefunden hat, so nun sein engster und treuester Mitarbeiter und Nachfolger Benedikt XVI. in Peter Seewald. Christian Schaller vom Regensburger Institut Papst Benedikt XVI. hat einführende Worte zur 1000-seitigen Biographie in kath.net veröffentlicht:

"Seewalds Werk ist ein gelungenes Beispiel für eine Biographie, die eine Persönlichkeit in den Kontext ihrer Zeit stellt. Wie stark sich Ratzinger mit den Ideen, Gefahren, Philosophien, mit der Literatur und den Künsten, den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt und sie kritisch begleitet hat, wird nur in dieser Weise zu einem Gesamtgemälde einer Person in ihrer Zeit".

kath.net

 

Gründung der Zeitschrift "Oriens Christianus" am Campo Santo Teutonico

Die berühmte, überaus renommierte Zeitschrift "Oriens Christianus"  (OrChr) feierte 2017 ihren 100. Jahrgang. Über die Geschichte der Zeitschrift hat jetzt Hubert Kaufhold, Mitherausgeber der Zeitschrift, einen langen, grundlegenden Beitrag veröffentlicht (OrChr 101, 2018, S. 1-58). Der "Oriens Christianus" ist ein absolutes Flaggschiff der Görres-Gesellschaft. Die Zeitschrift wurde 1901 als Pendant zur "Römischen Quartalschrift" (RQ) von Anton de Waal (1837-1917), Rektor des Campo Santo Teutonico, zusammen mit Johann Peter Kirsch (1861-1941), Gründungsdirektor des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, ins Leben gerufen.

Der junge Pater Philipp Meyer aus Maria Laach und Benedikt XVI.

Die Serie über den jungen Pater Burkhard Neunheuser aus der Benediktinerabtei Maria Laach unterbrechen wir aus aktuellen Gründen mit einer Nachricht über das neue Buch "Gott macht unruhig" von P. Philpp Meyer aus Maria Laach, der vor einigen Jahren (2011) auch in Rom studiert hat. Jetzt hat er bei Herder ein Buch über "Die Dynamik meines Glaubens" veröffentlicht, für das er sich von einem Gebet Benedikts XVI. leiten lässt. Kardinal Rainer Woelki hat das Vorwort geschrieben.

Zum Buch und Leseprobe

Pater Meyer veröffentlicht auch regelmäßig Abendgebete aus Maria Laach.

Die Renaissance der Hauskirchen

In der Zeit des "isolamento forzato", der zwangsweisen Einsperrung zuhause, werden auch viele pastorale Überlegungen an gestellt, wie das Kirchesein aufrecht erhalten werden kann. Da reichen die Vorschläge vom häuslichen Bibellesen bis zum Bastelkurs. Aber auch die "Hauskirchen" werden wiederentdeckt. Hier müsste m.E. ein neues Nachdenken einsetzen, um nicht Rezepte vorzuschlagen, die so kein wirkliches biblisches Fundament haben. Sicher, der Franziskanerpater und Exegeseprofessor Hans-Josef Klauck hat in München stark das Konzept der Hauskirchen vertreten und großen Anklang gefunden.  

Kardinal Gerhard L. Müller zur neuen Lutherforschung

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat in einem glänzenden Referat das jüngst im Herder-Verlag erschienene Buch von Prof. Dr. Dominik Burkard über das epochale Werk "Die Reformation in Deutschland" (1939) von Joseph Lortz vorgestellt, der den echten, noch weitgehend in der katholischen Tradition stehenden Luther vom Lutherbild des reformierten Luthertums des 19./20. Jahrhunderts getrennt und so eine ökumenische Brücke gebaut hat. Burkards Buch, das Müller in einem Zug durchgelesen hat, zumal er Lortz persönlich kannte, ist laut Müller "ein Glanzstück der modernen deutschen Kirchengeschichtsschreibung". "Historiographisch die entscheidende Rolle der Lortz'schen 'Reformation in Deutschland' für die große Wende der katholischen Lutherforschung gesichert zu haben, ist das Verdienst von Dominik Burkard und Jacob Tonner. ... Die Studie 'Reformationsgeschichte katholisch' gründlich zu lesen, ist aller Mühen wert, und sie beweist, dass das kirchliche Lehramt der wissenschaftlichen Theologie bedarf (Lumen Gentium 25)". 

Reformationsgeschichte katholisch

Konfessionalisierung in der osteuropäischen Christenheit

Die vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (Mainz) zusammen mit dem von Dr. Florian Kührer-Wielach geleiteten Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) (München) durchgeführte Tagung über Konfessionsbildung, Konfessionalisierung und ihre Folgen in der östlichen Christenheit Europas liegt inzwischen als Buch vor. Tatsächlich bietet der Band erstmals sowohl systematische als auch beispielhafte Einblicke in eine bislang übersehene Thematik, nämlich die Anwendbarkeit des westlichen Konfessionalisierungsparadigmas auf die religiöse und soziale Landschaft Osteuropas.

Clemens Scholten: Das Fach Kirchengeschichte als theologische Disziplin

In der opulenten Festschrift "Contextus" (Jahrbuch für Antike und Christentum, Erg.bd. 41) für Prof. Dr. Sabine Schrenk, die ihr anlässlich ihrer Emeritierung auf der Bonner Stiftungsprofessur für Christliche Archäologie überreicht wurde, sind zahlreiche Beiträge über frühchristliche Textilien, Bilder, Gebäude und Kleingegenstände versammelt. Den Abschluss bilden kirchenhistorische Beiträge, aus denen ein langer Aufsatz von Prof. Dr. Clemens Scholten (Köln) über die Frage "Das Fach Kirchengeschichte - eine theologische Disziplin?" (S. 545-572) herausragt.

Mirjam Brandt: Die Patene im Hochmittelalter

In der im Auftrag der Görres-Gesellschaft herausgegebenen Reihe "Eikoniká. Kunstwissenschaftliche Beiträge" ist von Mirjam Brandt (Hildesheim) eine umfangreiche Arbeit über die Patene im christlichen Kult vom 11. bis 13. Jahrhundert erschienen. Zusammen mit dem Kelch stellt die Patene das wichtigste Objekt im zentralen Moment der Messfeier dar, der Eucharistie. Obwohl beide vasa sacra gerade im Hochmittelalter eine sowohl künstlerische als auch funktionale Einheit bilden, kann die Patene durchaus als eigenständiges Kunstwerk gelten. Die vorliegende Arbeit untersucht daher nicht nur Form und Materialität der Patene, sondern auch ihre bildliche Gestaltung und Funktion unter Einbeziehung der theologisch-liturgischen Texte und Quellen. Eine Rezension des Buches wird demnächst in der Römischen Quartalschrift von Marco Aimone erscheinen.

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