Leseempfehlungen

Die Enzyklika Pascendi Pius' X. im Spiegel der Dokumente

Claus Arnold und Giovanni Vian haben ihre langjährigen Studien zur Entstehung der Enzyklika "Pascendi" Pius' X. (1907) in einer mustergültigen Edition aller Akten zur Textgeschichte mit italienischen Einführungen vorgelegt. Damit liegen alle Elemente vor, um Autorenschaft und theologischen Hintergrund der Enzyklika zu bewerten, die ganz unter dem Stern des französischen Integralismus stand (vgl. Trennungsgesetz 1905). Die durch die Enzyklika aufgeworfenen Fragen und Debatten auf europäischer Ebene im Nachgang der Pulbikation liegen außerhalb der Fragestellung des Buches.

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Die deutsch-italienische Familiengeschichte des Malers Joseph Anton Koch in Rom

Elmar Bordfeld hat ein reich bebildertes, faszinierendes Buch über die verzweigte, bis heute mitgliederstarke Familie des Landschaftsmalers Joseph Anton Koch (+ 1839 in Rom) zusammengesteltl. Das zweisprachige Buch enthält rund 25 Artikel verschiedener Autoren - illustriert mit zahlreichen Bildern und historischen Fotos - mit Beiträgen über Joseph Anton Koch (1768-1839), den Landschaftsmaler der Romantik, der aus Tirol stammte und 1795 nach Rom kam, und über seinen Schwiegersohn und ebenfalls Maler, Johann Michael Wittmer (1802-1880), aus Murnau in Bayern, über den berühmten Architekten Roms, Gaetano Koch (1849-1910), Enkel von Joseph Anton Koch, und viele andere interessante Nachkommen des Malers. Viele Mitglieder der Familie liegen auf dem Campo Santo Teutonico begraben.

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Das Heilige Köln und sein Rombezug

Heinz Finger ist mit seinem Buch "Das Heilige Köln - Tochter Roms" ein ausgezeichneter, spannender Überblick über die Bedeutung Kölns für den katholischen Glauben, für die Päpste und für Rom gelungen. Aus lokalkirchlicher Sicht bietet er alles, was man zum Thema Köln-Rom wissen muss. Seine Themen sind: Die römischen Ursprünge Kölns (als "Colonia"), die angeblich apostolische Gründung Kölns, die Bedeutung der Hl. Drei Könige, Kölns Emanzipation von Trier, Romimitation in Köln und Mainz, Kölner Bischöfe als Bibliothekare und Erzkanzler der Römischen Kurie, Kölns Bedeutung in der Reformation, die Domvollendung im 19. Jahrhundert.

Die deutsche Jugend- und Umweltbewegung - eine historische Analyse

Es gibt wohl wenige Italiener, die sich intensiv und kritisch mit der jüngsten deutschen Geistesgeschichte befassen, aber es gibt sie noch. Dazu zählt der Politikwissenschaftler Domenico Palermo, der eine glänzend geschriebene Studie über "I precursori dell'ambientalismo. Storia e cultura del Movimento Giovanile Tedesco" vorgelegt hat. Es geht ihm also, grob gesagt, um die Vorläufer der heutigen Umweltbewegung. Er sieht sie in einer historischen und geistigen Linie zur Wandervogelbewegung nach dem Ersten Weltkrieg und zur Hippie-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine gewisse Brücke zwischen beiden Phasen bildeten die inhomogenen Jugendbewegungen während des Dritten Reichs, darunter die Hitlerjugend.

Der frühchristliche Kirchenraum

Reiner Sörries hat ein auf 100 Seiten eine sehr hilfreiche Summe dessen gezogen, was man über den frühchristlichen Kirchenraum, über dessen Bilder, Sachausstattung und Nutzung wissen kann. Zusammen mit dem Glossar und dem reichen Bildanhang bildet es eine Art Einführung, die auch für ein allgemeines Publikum sehr nützlich ist. Sörries beschreibt fast lexikalisch alle Details eines frühchristlichen Kirchenraums: etwa Boden, Wände, Decken, Kathedra, Altar, Atrium, Narthex, Türen, Fenster, Weihrauch, Musik, Paramente, Kultgeräte usw.

Andreas Raubs Entdeckung der protestantischen Altarbilder

Dr. Andreas Raub, 2014/15 wissenschaftlicher Mitarbeiter am RIGG, hat seine bei Arnold Nesselrath in Berlin eingereichte kunsthistorische Dissertation über Gemälde und Retabeln in preußisch-protestantischen Kirchen veröffentlicht. Das Buch besticht durch sein hoch bemerkenswertes Thema, das wiederum auf eine echte Entdeckung zurückgeht: dass nämlich aus katholischen Kirchen stammende Altarbilder des 15./16. Jahrhunderts, die in die Berliner Gemäldegalerie eingegangen waren und im Depot verstaubten, im ausgehenden 19. Jahrhundert sozusagen resakralisiert wurden.

Peter Seewalds Ratzinger-Biographie

Wenn Journalisten Bücher schreiben, kann das gut gehen. Glänzendes Beispiel ist Vittorio Messoris Studie über die Passion Christi (1997), ein Buch, das selbstverständlich von der theologischen Zunft - zu ihrem eigenen Schaden - ignoriert wird. Und natürlich werden die Herolde der Zukunft auch Peter Seewalds monumentale, 1150-seitige Ratzinger-Biographie ignorieren, die gerade frisch auf dem Markt ist (für 38 Euro). Eine Ratzinger-Biographie lohnt. In Ratzinger steckt eben nicht nur eine Einzelperson, sondern einer, der für eine ganze Generation von Christen der Mitglaubende und Mitleidende war, viel mehr noch der Aufklärende und Atemspender.

Wer waren die berühmten Männer der frühen Kirche? Die Antwort gibt Hieronymus

Der Kirchenvater, Bibelforscher und Asket Hieronymus schreibt um 393 in Betlehem ein Buch mit dem Titel "Die berühmten Männer" (De viris illustribus), das 135 Biographien enthält. Die Liste beginnt mit Petrus und endet zünftig mit dem Verfasser selber! In seiner eigenen Biographie schreibt Hieronymus, dass er in Stridon in Dalmatien geboren wurde, was bis heute alle Kroaten mit Stolz erfüllt. Das Buch voller Informationen ist eine hervorragende Quelle unserer Kenntnis der Frühen Kirche. Es wurde von Claudia Barthold exzellent ediert, übersetzt und mit einem philologisch-sachlichen Kommentar versehen (hier zum Buch). 

Video über das neue Buch von Klaus Jaitner

Einen glänzenden Überblick über Inhalt und Wert des neuen Buches von Klaus Jaitner gibt Ignacio García auf unserem Youtube-Kanal. Jaitner war 1972/73 Assistent am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. Sein neues Buch im Herder-Verlag (in den Supplementbänden der Römischen Quartalschrift, angekündigt für Mai) behandelt die päpstliche Diplomatie im ausgehenden 16. Jahrhundert, bietet aber auch reichliche Einsichten in den vatikanischen Verwaltungsapparat.

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Christliche Archäologie in Münster seit 135 Jahren

Dieter Korol und seine Nachfolgerin Pamela Bonnekoh haben ein Heft über 135 Jahr Forschung und Lehre der Christlichen Archäologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster herausgebracht. Es ist Josef Engemann gewidmet, dem ersten Hochschullehrer in Nordrhein-Westfalen, der Christliche Archäologie als eigenständiges Studienfach in einer Philosophischen Fakultät (in Bonn) gelehrt hat. Die Geschichte der Christlichen Archäologie in Münster ist freilich bedeutend älter. Sie beginnt 1885 mit dem Priester Max Sdralek an der katholisch-theologischen Fakultät.