Leseempfehlungen

Lorenzo Planzi: Der Papst und der Bundesrat

Der Schweizer Historiker Dr. Lorenzo Pflanzi, Mitglied des RIGG, hat seine Studie "Der Papst und der Bundesrat: Vom Bruch 1873 zur Wiedereröffnung der Nuntiatur in Bern 1920" über die Geschiche der diplomatischen Beziehungen zwischen Hl. Stuhl und Schweiz vom Kulturkampf bis zur Zwischenkriegszeit vorgelegt. Es handelt sich um ein dreisprachiges Buch in Italienisch, Deutsch und Französisch, das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl erscheint. Es sollte am 9. November an der Universität Freiburg (Schweiz) unter Teilnahme von Kardinal Pietro Parolin und Bundesrat Ignazio Cassis vogerstellt werden, aber alles ist auf 2021 verschoben worden; dann soll es auch im Istituto Svizzero in Rom präsentiert werden.

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Nonplusultra: Marco Aimone's Katalog über die Wyvern Collection

Dr. Marco Aimone (Turin), früherer Stipendiat von Dumbarton Oaks, hat zusammen mit vier Mitarbeitern einen fulminanten Prachtband (im Schuber) mit einem vollständigen und detaillierten Katalog der byzantinischen und sassanidischen Silberpreziosen der britischen Privatsammlung Wyvern vorgelegt, die 131 Gefäße und Objekte jeder Art, auch liturgische Gefäße, umfasst. Viele davon waren bislang praktisch unbekannt. Der Band ("printed and bound in China"!) ist mit exzellenten Abbildungen ausgestattet und lässt keinerlei Wünsche offen. Er enthält neben dem Katalog wichtige Beiträge zur Silbertechnik. Aimone unterrichtet auch am Kurs "Instrumentum Domesticum" des PIAC im März 2021.

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Arnold Esch: neues Buch von Rom bis an die Ränder der Welt

Arnold Eschs Schatzkiste historischer Kuriositäten und Kolportagen ist schier unerschöpflich. Nun hat er im Beck-Verlag ein neues Buch vorgelegt, in dem er seine Funde aus Akten und Archiven meisterlich ausbreitet. Diesmal geht es nicht nur um Rom, auch nicht nur um Italien, sondern noch weiter auch um Jerusalem, Konstantinopel, Venedig, Göttingen, Nordafrika, das Schwarze Meer, Innerasien undsoweiter. Nach bekannter Manier werden historische Fragmente liebevoll gewürdigt und in das größere Ganze eingeordnet, das von Esch eben auch gesehen und beherrscht wird. So werden scheinbare Nebensächlichkeiten zu Fragmenten der Weltgeschichte. So nimmt man teil an der Rehabilitierung des normalen Lebens im Mittelalter, und man kann sicher sein, dass jedes Wort, jede Zeile, die man liest, historisch verbürgt ist. (alle Esch-Bücher im Campo Santo)

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Neues Standardwerk über die frühen Kirchen Roms

Im Rahmen des internationalen Projekts zur Erfassung aller frühchristlichen Kirchen Europas (Corpus Architecturae Religiosae Europeae - C.A.R.E.) ist nun ein erster Band über die Kirchen Roms herausgekommen (Regionen 1-4). Dieser Band wird zusammen von der Universität Zagreb und dem Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie herausgegeben. Verfasser sind Federico Guidobaldi, Angela Miele und Chiara Cecalupo, alle drei vom Päpstlichen Institut. 

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Neuer Band über die größten Kunstwerke der Vatikanmuseen

Christoph Markschies hat mit einem glänzenden Vortrag in der Berliner Katholischen Akademie den neuen Prachtband über die 100 wichtigsten Kunstwerke der Vatikanmuseen vorgestellt, der vom Verlag Schnell & Steiner herausgegeben wurde. Die Vorstellung wurde vom Akademiedirektor Joachim Hake und dem Apostolischen Nuntius Nicola Eterovic eröffnet. Der Prachtband im Schuber, ein ideales Weihnachtsgeschenk, stellt Hauptwerke der Kunst aus allen Abteilungen der Vatikanmuseen vor. Herausgeberin ist die Museumsdirektorin Barbara Jatta.

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Daniel Cardó: Das Kreuz (auf dem Altar) und die Eucharistie

Prof. Daniel Cardó, der in den USA Patristik und LIturgie lehrt, hat in Cambridge University Press eine zugleich wissenschaftlich solide wie spirituell reichhaltige Studie zu einem präzisen, letztlich von Benedikt XVI. angestoßenen Aspekt der Eucharistiefeier vorgelegt: The Cross and the Eucharist in Early Christianity. A Theological and Liturgical Investigation (2019). In der katholischen Theologie ist ein heftiger Kampf gegen das Kreuz auf dem Altar entbrannt, was doch ein wenig verwundern muss. Ein solcher postkonziliarer Bildersturm hätte auch und gerade Martin Luther auf die Palme gebracht, der bekanntlich stets das Abendmahl an einem Altar zum Kreuz hin zelebriert hat, ob dieses nun als Objekt auf dem Altar stand oder auf dem Tafelbild hinter dem Altar dargestellt war. 

Neues Heft der Römischen Quartalschrift: Band 115, Heft 1-2 (2020)

Pünktlich im September ist das erste Doppelheft des Jahrgangs 115 (2020) herausgekommen. Es enthält weitere Beiträge zur Augustinus-Tagung und andere bemerkenswerte Themen:

  • Elena Zocca:  L'impatto della Vita Augustini (e di Agostino) sulla produzione letteraria di età vandalica: temi martiriali e agiografici
  • Anna Esposito: Presenza degli agostiniani nell'ambito urbanistico e sociale di Roma (secoli XIII-XV)
  • Stefan Ardeleanu:  Hippo Regius - Buna - Bone. Ein Erinnerungsort im Spiegel der kolonialzeitlichen Augustinusrezeption
  • Habib Kazdaghli:  La mémoire de Saint Augustin dans la Tunisie contemporaine
  • Jutta Weiser: Augustinus als Symbolfigur der Afrique Latine bei Louis Bertrand
  • Ahmed Cheniki:  La représentation de Saint Augustin dans les littératures d'Afrique du Nord durant la période postcoloniale
  • Andreas Pflock: Zur Datierungsfrage des Ersten Clemensbriefs. Eine exemplarische Evaluation anhand der Argumente bei Lightfoot und Edmundson
  • Mandred Spata: Der Kirchenhistoriker Joseph Wittig und Rom 1904/06

Es folgt eine Rezension von Michael Rohrschneider über "Bayern im Umbruch. Die Korrespondenz der Salzburger Vertreter in München und Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo und Hofkanzler Franz Anton von Kürsinger zu Beginn der Bayerischen Erbfolgekrise".

Beim Verlag Herder kann das gedruckte Heft, aber auch die e-Ausgabe sowie jeder einzelne Beitrag erworben werden.

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Nationalsozialismus und Kirche: Bischof Lorenz Jaeger von Paderborn

Josef Meyer zu Schlochtern und Johannes W. Vutz aus Paderborn haben im Aschendorff-Verlag einen hervorragenden Studienband über den seinerzeit hoch geehrten Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger (1892-1975) zusammengestellt. Konkreter Anlass war ein Komunalstreit 2015, ob man Jaeger die Paderborner Ehrenbürgerschaft wegen seiner angeblichen Nähe zum Nationalsozialismus aberkennen solle. Jaeger war seit 1941 Bischof an der Pader. Die hoch interessanten, sehr ausführlichen Beiträge von Arnold Otto, Hans-Walter Stork, Joachim Kuropka und anderen gehen die Fragen direkt an:

Hagia Sophia: solche Forschungen sind jetzt kaum mehr möglich

Zu den herausragendsten und beeindruckendsten Forschungsarbeiten über die Hagia Sophia in Istanbul, die nun wieder eine Moschee ist, gehört die Publikation von Alessandra Guiglia Guidobaldi und Claudia Barsanti (und Mitarbeitern) über die Marmorausstattung der Hagia Sophia (2004). Das mit fast 500 Fotografien, historischen Innenansichten und Rekonstruktionen versehene 900-seitige Buch bietet ein vollständiges Inventar der erhaltenen Ausstattungselemente. Die Arbeit hat ihren Wert etwa zum Verständnis des weltweiten Exports vergleichbarer Produkte aus prokonnesischem "Marmor" von den "Marmara"-Inseln in frühbyzantinischer Zeit. Die Hagia Sophia war eben in jeder Hinsicht Vorbild und Standard, ähnlich der Lateranbasilika im Westen. Eine solche Leistung, die eine jahrelange Vertrautheit mit dem Denkmal selbst voraussetzt, ist heute kaum mehr möglich. Umso wertvoller werden die Publikationen jener, die dieses Privileg noch besaßen.

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