Römische Notizen

2. Mai: Tagung in Rom "Josef Ratzinger und Erik Peterson"

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altAm Donnerstag, dem 2. Mai, veranstaltet die Pontificia Academia Theologica in Zusammenarbeit mit der Regensburger Ratzinger-Stiftung in der Aula der Universität S. Croce in Rom von 15,00 bis 17,30 Uhr eine Kurztagung zum Thema "Josef Ratzinger ed Erik Peterson. Due itinerari teologici". Hauptredner sind Prof. Dr. Thomas Söding (Bochum), Prof. Dr. Albert Gerhards (Bonn) und Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz (Dresden-Wien). Erik Peterson hat die Theologie Josef Ratzingers beeinflusst. An drei zentralen Aspekten - Hl. Schrift, Liturgie und Kultur - gehen die Referenten diesem Einfluss des bedeutenden Bonner Konvertiten Peterson nach (hier das Programm).

Benedikt XVI. hat am 25. Oktober 2010 in der Sala Clementin anlässlich der Audienz der Teilnehmer einer anderen Peterson-Tagung abweichend vom Redemanuskript frei seine Erinnerungen an seine erste literarische Begegnung mit Peterson eingefügt, die wir unten wiedergeben. Es ist schon bemerkenswert, an welche Details seines Lebens sich Benedikt erinnert hat: sogar welches Buch er wo von wem zum ersten Mal in der Hand hielt! Die gesamte Ansprache finden Sie hier.

Die spontane Einfügung:

"Vielleicht ist dies der Punkt, an dem ich ein persönliches Wort einflechten soll. Ich bin auf die Figur von Erik Peterson erstmals 1951 gestoßen. Damals war ich Kaplan in Bogenhausen, und der Chef des dort ansässigen Kösel-Verlages, Herr Wild, hat mir den eben erschienenen Band „Theologische Traktate“ überreicht. Ich habe ihn mit wachsender Begier gelesen und mich von ihm wirklich ergreifen lassen, denn hier war die Theologie, nach der ich suchte: Theologie, die einerseits den ganzen historischen Ernst aufbringt, Texte zu verstehen, zu untersuchen, sie mit allem Ernst historischer Forschung zu analysieren, und die doch nicht in der Vergangenheit stehen bleibt, sondern die Selbstüberschreitung des Buchstabens mitvollzieht, in diese Selbstüberschreitung des Buchstabens mithineintritt, sich von ihr mitnehmen läßt und damit in die Berührung mit dem kommt, von dem her sie stammt – mit dem lebendigen Gott. Und so ist der Hiatus zwischen dem Damaligen, das die Philologie untersucht, und dem Heute von selbst überwunden, weil das Wort hineinführt in die Begegnung mit der Realität und die ganze Aktualität des Geschriebenen, als sich selbst zur Realität überschreitend, wirksam wird. So habe ich an ihm wesentlich und tiefer gelernt, was eigentlich Theologie ist, und eben auch diese Bewunderung dafür gehabt, daß hier nicht nur Gedachtes gesagt wird, sondern daß dieses Buch Ausdruck eines Weges, die Passion seines eigenen Lebens war."