Römische Notizen

Das "Päpstliche" Priesterkolleg am Campo Santo

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Was hat es mit dem "päpstlich" auf sich?

Der Campo Santo Teutonico besaß jahrhundertelang ein Frauen- und ein Männerhospiz für arme Pilger. Nach dem Willen Pius' IX. sollte der Campo Santo zugleich auch Hospiz für deutsche Priester sein. Daraus erwuchs schließlich ein zunächst kleines Priesterkollg, das bis heute kontinuierlich wuchs. Und zwar gründete Anton de Waal als Rektor der Erzbruderschaft am 21. November 1876 mit päpstlicher Approbation durch ein Breve Pius' IX. - damals gab es noch den Kirchenstaat und noch keine Bischofskonferenzen - das Kolleg. Am 18. Februar 2010 erhob Papst Benedikt XVI., der selber 1982 einige Monate im Kolleg gewohnt hatte, das Kolleg in den Rang eines päpstlichen Kollegs.

In der Urkunde ist ausdrücklich davon die Rede, dass der Campo Santo Teutonico zur Hilfe der Armen und zur Aufnahme von Pilgern bestimmt ist. Nur in diesem Rahmen rechtfertigt sich das Priesterkolleg als eine bescheidene und kostengünstige Stätte für junge Priester. Dieses Kolleg wollte Benedikt ausdrücklich auszeichnen und fördern. Damit steht das Priesterkolleg nun unter direktem Schutz der Päpste; sie sind nunmehr Protektoren. In der Urkunde heißt es daher: "Was Wir aber beschlossen haben, soll immerdar gültig sein, was auch immer sich in den Weg stellen mag" (Quae autem statuimus iugiter rata esse volumus quibuslibet contrariis non obsistentibus rebus).

Hier die ganze lateinische Urkunde mit Übersetzung, entnommen aus dem prachtvollen und informativen Buch von A. Weiland / H.-P. Fischer, Der Campo Santo Teutonico - eine deutschsprachie Exklave im Vatikan. Sie können sich und anderen kein schöneres Geschenk machen!

PS: Auf der großen Herbsttagung "Päpstlichkeit & Patriotismus" wird Johannes Grohe am 23. November in seinem Vortrag erstmals einer breiteren Öffentlichkeit die Bedeutung des Männer- und Frauenhospizes vom Campo Santo, die bis ins 20. Jahrhundert bestanden, bekannt machen.