Verabschiedung von Karl-Joseph Hummel

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altIn einem Festakt im Kollegium Albertinum in Bonn ist Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel am 3. Dezember als Direktor der Forschungsstelle der Kommission für Zeitgeschichte verabschiedet worden. Zahlreiche Kollegen und Freunde waren gekommen. Prof. Dr. Bernhard Vogel und Kardinal Rainer Maria Woelki sprachen Grußworte. Prof. Dr. Wilhelm Damberg, Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission für Zeitgeschichte, würdigte die Forscherleistung des Geehrten. Prof. Dr. Josef Pilvousek sprach zur DDR-Zeitgeschichtsforschung und Hummel selbst blickte in einer heiter-launigen Rede zurück.

Hummel hat die Kommission für Zeitgeschichte seit 1993 aus einem Dornröschenschlaf geholt, was die Zahlen eindrucksvoll belegen. Mit einem winzigen, aber hoch kompetenten Mitarbeiterstab (Christoph Kösters, Annette Mertens, Andreas Burtscheidt, Erik Gieseking) hat die Kommission seit 1993 im Schöningh-Verlag 80 Bände zur Zeitgeschichte herausgegeben ("Blaue Reihe"). Außerdem bearbeitet sie zahlreiche Anfrage von Journalisten, Institutionen und Privatpersonen zur Zeitgeschichte. Wichtige Themen der letzten Jahre waren die Vatikanische Ostpolitik, die Kirche im Zweiten Weltkrieg, die Zwangsarbeiterfrage, Schuld und Versöhnung usw. Hummel hat die Kommission durch Engagement, geschickte Planung und erhebliche Einwerbung von Drittmitteln stark gemacht.

Hummel bezeichnete in seinem Schlusswort (hier die ganze Rede) die Positionierung der von der Deutschen Bischofskonferenz finanzierte Kommission als kirchenloyal, aber nicht apologetisch. Es sei erstaunlich, dass noch heute selbst innerkirchlich gefragt werde, wozu die 1962 gegründete Kommission eigentlich diene. Dank seiner Mitarbeiter, sagte er selbstbewusst, müsse er sich vor seiner Leistung nicht verstecken. Wer zwischen den Zeilen seiner Rede zu hören verstand, konnte eine gewisse Sorge über die institutionelle und wissenschaftliche Zukunft der Kommission nicht übersehen. Man solle nicht alte, bereits in der Vergangenheit gescheiterte Konzepte neu aufwärmen. Darüber hinaus regte Hummel eine internationale Kommission für Zeitgeschichte in Rom an.

Hummel ist nicht nur um die Kommission, sondern auch um die Görres-Gesellschaft höchst verdient. Daher hat das RIGG mit Freuden die Gelegenheit ergriffen, den nunmehrigen Ruheständler für das Direktorum des Römischen Instituts zu gewinnen, um von seiner Kompetenz zu profitieren. Im nächsten Jahr wird er am 30. April in Rom einen Öffentlichen Görres-Vortrag halten.

S.Heid